Mitgliederversammlung des Welt- und Europa-Verbandes
Das Sitzungswochenende begann am Freitag mit der jährlichen Mitgliederversammlung von DanceSport Europe (DSE). Neben den statutengemäßen Tagesordnungspunkten, einschließlich der Entlastung des DSE-Finanzreferenten Ludwig Wieshofer (AUT), wurde über die Aktivitäten des vergangenen Jahres berichtet und ein Ausblick auf künftige Projekte gegeben.
Auch künftig werden der DSE Children Grand Prix sowie der 2025 eingeführte DSE Team Challenge Cup fortgeführt. Als neues Projekt wurde „DanceSport Connect“ vorgestellt, das jungen Tänzerinnen und Tänzern gezielte Fördermöglichkeiten bieten soll. Sobald weiterführende Informationen verfügbar sind, werden wir darüber berichten.
Am Samstag stand das ganztägige WDSF Forum auf dem Programm.
Präsentiert wurden beeindruckende Zahlen zur Reichweite, die die WDSF durch ihre Social-Media-Aktivitäten erzielt. Dabei wurde deutlich, welchen wesentlichen Beitrag diese Maßnahmen zur Steigerung des Bekanntheitsgrades unseres Sports leisten. Gemeinsam mit den Aktivitäten im Bereich E-Sports, wo die WDSF vor Ort eine Kooperationsvereinbarung mit einem koreanischen Anbieter unterzeichnete, eröffnen sich Möglichkeiten, neue Zielgruppen für den Tanzsport zu gewinnen.
Vorgestellt wurden außerdem Erweiterungen des WDSF-Turnierregistrierungssystems, darunter Ticketing-Funktionen sowie Optionen für Live-Zeitpläne. Ebenso wurden neue Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz im Bereich der Anwendung des Regelwerks präsentiert.
Darüber hinaus berichteten die Vertreterinnen und Vertreter der Disziplinen Stage Dance, Caribbean Dance, Hip-Hop, American Smooth sowie Rock’n’Roll und Boogie über ihre aktuellen Entwicklungen. Dabei wurde von einem deutlich steigenden Interesse an diesen Disziplinen gesprochen. In diesem Zusammenhang erscheinen auch die nationalen Aktivitäten des ÖTSV gemeinsam mit APAD als zukunftsweisendes Modell.
Einen breiten Raum nahm das Thema SafeSport ein. Die SafeSport-Beauftragte der WDSF, Isabelle Tay, stellte Konzepte vor, mit denen nationale Verbände geeignete Strukturen zum Schutz aller Beteiligten schaffen können. Dabei zeigte sich, dass der ÖTSV in diesem Bereich bereits über sehr gut etablierte und leistungsfähige Strukturen verfügt.
Im Bereich Medizin wurde die Bedeutung sowohl der körperlichen als auch der mentalen Gesundheit hervorgehoben – nicht nur für Sportlerinnen und Sportler, sondern ebenso für Funktionärinnen und Funktionäre sowie Wertungsrichterinnen und Wertungsrichter. Studien zeigen, dass sowohl die physische als auch die psychische Verfassung einen wesentlichen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit bei der Bewertung von Turnieren haben. Zudem wurde auf die zunehmende Belastung im Ehrenamt hingewiesen, die in einzelnen Fällen zu Depressionen oder Burnout-Symptomatiken führen kann.
In einem Rückblick auf die WDSF-Veranstaltungen in Blackpool sowie die World Games 2025 in Chengdu (CHN) und mit Blick auf die World Games 2029 in Karlsruhe (GER) wurde die Bedeutung einer starken Präsenz der WDSF bei internationalen Multisport-Events unterstrichen.
Auch die Aktivitäten im olympischen Bereich wurden thematisiert. Insbesondere die Entwicklungen rund um Breaking auf dem Weg von Paris über Dakar bis hin zu den Olympischen Spielen 2032 in Brisbane wurden hervorgehoben. Ziel bleibt es, die Position des Tanzsports innerhalb der olympischen Familie langfristig zu sichern und weiter auszubauen.
Der Sonntag stand schließlich ganz im Zeichen der Generalversammlung (AGM) der World DanceSport Federation (WDSF).
Nach der Behandlung der statutengemäßen Tagesordnungspunkte wurden mehrere wichtige Entscheidungen getroffen, die wir nachfolgend kurz zusammenfassen.
- Änderungen des WDSF-Statuts (Spezifizierungen und Modernisierungen)
- Anpassung der "WDSF Internal Dispute Resolution" (Definition "persistant interest")
- Anpassung des WDSF Anti-Doping Codes
- Anpassung der WDSF-Gebühren - Erhöhung ab 1.1.2027 um 5%
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Änderungen der WDSF Competiton Rules
- Änderung Begriff "Teacher-Student" auf "Pro-Am"
- Teams jeglicher Art müssen aus zumindest 50% von Sportler:innen bestehen, die den Pass für das vertretene Land haben
- Wartefrist beim Wechsel von PD ("Professional") zu General ("Amateur") ist nun mit 3 Monaten festgelegt
- Die Regelungen betreffend die Kleiderordung und die Startnummern wurden aus den Competiton Rules in sog. Presidium Policies verlagert, um Änderungen flexibler außerhalb des AGM anwenden zu können
- Verpflichtender Einsatz eines "Invigilators" zur Überwachung der Schrittbegrenzung (Syllabus). Chairperson kann bei Fehlen des Invigilators diese Position einnehmen.
- Neue Tempi: Rumba 24-26 bpM, Paso Doble 58-60 bpM
- Begrenzung des Schallpegels bei Turnieren auf max 90 dB
- Anpassung der Bedingungen für das Upgrade von der Adjudicator-B-License auf eine A-License (es müssen mehrheitlich Turniere mit Paaren sein)
- Einführung von Senioren IV Latein für Open-Turniere (keine Titelturniere)
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